Arbeitsmethodik Innovation

Meine Reflexion zu Projektmethoden zwischen Schweizer Sorgfalt und amerikanischer Geschwindigkeit

"In der Entwicklung habe ich manchmal Experimente im Stundentakt verworfen – um iterativ näher ans Ziel zu kommen".

Pipettierung hochaktiver chemischer Substanzen unter strengen Sicherheitsbedingungen im Labor

Arbeitsmethodik in Innovation

Meine Reflexion zwischen Schweizer Sorgfalt und amerikanischer Geschwindigkeit — und was das für professionelles Projektmanagement bedeutet.

Ich habe Projektmanagement-Methoden in US-Programmen wie ARPA-E gelebt, bevor ich wusste, dass sie , oder heissen. Zurück in der Schweiz arbeite ich heute oft nach . Ich kenne beide Welten und wähle situationsgerecht.

„In der Entwicklung habe ich manchmal Experimente im Stundentakt verworfen – um iterativ näher ans Ziel zu kommen.“

David Vonlanthen

Innovation und Institution folgen unterschiedlicher Projektmanagement-Logik – beide legitim.

Im Spannungsfeld verschiedener Arbeitsmethoden

Innovativer Modus

  • Projektmanagement nach / — kurze Zyklen, frühe Stop-Entscheide
  • DARPA/ARPA-E, Startups — eher USA/Asien
  • Risiko gewollt, Wettbewerb treibt Tempo

Governance: adaptiv, unterstützend.

Institutioneller Modus

  • Projektmanagement nach — klare Phasen, Gremienentscheide
  • Kantonsspitäler, Verwaltungen — eher Europa/Schweiz
  • Risiko wird gescheut, Tradition überwiegt

Governance: stabil, langfristig.

Sorgfalt und Geschwindigkeit sind kein Widerspruch – zwei Werkzeuge für unterschiedliches Projektmanagement.

„Die Methode war immer da. Ich habe sie nur nie so genannt.“

Symbolbild für Präzisionsarbeit: genau, langsam, spezialisiert Schweiz

Sorgfalt als Standard

Projektmanagement folgt meist — klare Phasen, hohe Qualitätserwartung.

Symbolbild für wettbewerbgetriebenes Vorgehen: PCT-Patente pro Million Einwohner im Ländervergleich 2018–2026 USA

Geschwindigkeit als Vorteil

Projektmanagement nach — früh testen, früh entscheiden. Ich kombiniere beides.

Systematik entsteht aus wiederholter Praxis unter echtem Druck.

Meine sechs Arbeitsprinzipien

01

Lesen ist der effizienteste Versuch

Wer weiss, was schon existiert, spart Wochen im Labor.

Wissensmanagement
02

Erst die Richtung, dann die Tiefe

Günstige Vorversuche zuerst. Investiert wird erst, wenn das Fundament hält.

LeanAgile
03

Kurze Zyklen, klare Entscheide

Wer früh scheitert, lernt günstig.

AgileScrum
04

Transparenz über den Stand

Versteckte Probleme werden teurer als sichtbare.

Scrum
05

Lernen einbauen, nicht anhängen

Verbesserung ist Teil der Arbeit, kein Sonderprojekt.

Kaizen
06

Wissen ist die nachhaltigste Ressource

Dokumentation ist das A&O – ob agil oder nach HERMES.

Wissensmanagement

Der Umgang mit Scheitern entscheidet, ob eine Organisation lernt oder stillsteht.

Kulturveränderung von Innen: Lernen zu Scheitern

Die Mühlen mahlen langsam – Realität in etablierten, HERMES-geführten Organisationen.

Ich erkläre Mitarbeitenden oft: Scheitern in einem frühen Stadium kostet nichts und gehört zum Prozess.

Eigene Illustration von David Vonlanthen: Ein Teamleiter präsentiert an einem Whiteboard ein neues KPI-Board mit Ampelfarben und erzählt offen von einer gescheiterten Idee, während eine Kollegin sich daraufhin traut, ihren eigenen Vorschlag einzubringen – Symbol für Fehlerkultur und psychologische Sicherheit.

Illustration: D. Vonlanthen

Am Ende trägt ein Prinzip alle anderen: der bewusste Umgang mit Wissen.

Wissensmanagement als Arbeitsprinzip

Effizienter Umgang mit Wissen und Daten ist der Kern meiner Arbeit — unabhängig davon, ob das Projektmanagement agil oder nach HERMES organisiert ist. Wissen ist strategisches Kapital.

„Wer die Datenlage kennt, braucht weniger Versuche – und gewinnt das Spiel.“

— David Vonlanthen

Wissens-management als Arbeitsprinzip

Wissen ist strategisches Kapital — strukturiert eingesetzt wird daraus Wirkung.